Nach meinem letzten Block vom 30.4.2010 und dem Appel an die wirtschaftliche Vernunft kam das nächste "Rettungspaket". Diesmal sind es 750.000.000.000 €. Bürgschaften mit denen die Euro Mitgliedsstaaten für einander einstehen wollen. Und die ersten notleidenden Kandiaten nach Griechenland gibt es schon.
Die eigentliche Konsequenz aber hätte sein müssen, dass nachzuholen was man bei der Euro-Einführung damals versäumt hat. Nämlich strenge Regeln der Haushaltsdiziplin und harte Strafen für diejenigen, die gegen die Regeln verstossen. Und da hätten wohl schon alle zahlen müssen. Oder welches Mitgliedsland hat immer die 3% Verschuldungsgrenze eingehalten?
750.000.000.000 €. Bürgschaften und wieder wurdne keine verbindliche Regeln vereinbart. Ohne das die Mitgliedsstaaten bereit wären ihre Haushaltshoheit zumindest teilweise abzutreten. Glaubt jemand wirklich ernsthaft das die Politik nicht auch künftig den bequemeren Weg wählen wird und weiter Schulden macht? Die Parlamentarier durften abnicken, das Geld ist nun außerhalb ihrer Zuständigkeit.
Anders als die Bundesbank die früher auch gegen den Widerstand der Politik die D-Mark erfolgreich stark hielt ist die EZB zum Erfüllungsgehilfen der Politik verkommen und muss Ramschpapiere aus Griechenland und Spanien ankaufen. Von der EZB ist also auch nichts mehr zu erwarten.
Nichts gegen einen etwas schwächeren Euro, hilft er doch zumindest der Exportwirtschaft, aber wenn 750.000.000.000 € an Bürgschaften auch nur annähernd in Anspruch genommen werden sollten ist das auch das Fallbeil für die Wirtschaft und unsere Sozialsysteme. Der Tanz auf dem Vulkan scheint weiterzugehen.
Was der EU und dem Konstrukt Euro fehlt ist systemische Intelligenz. Einfacher ausgedrückt, die Menschen hatten schon immer zwei Möglichkeiten dazuzulernen. Erstens, durch vorausschauende Vernunft oder zweitens, durch Leid und Schmerz. Offensichtlich wird auch diesmal der zweite Weg gewählt.
Das ist kein Plädoyer gegen die EU sondern ein Plädoyer für mehr systemische Intelligenz, die wir dringend etablieren müssen. Wenn es uns schon bei den EU und den Euro Problemen kaum gelingt wie soll es uns dann erst gelingen bei den Problemen zu Mensch und seiner Umwelt. Dagegen sind die Euro Probleme bestenfalls in der Komplexität Provinzliga. Es ist klar was zu tun wäre.
Braun Consult beschäftigt sich mit Business Intelligence. Business Intelligenz findet seine Grenzen aber im Mangel von Systemischer Intelligenz. Das ist die wahre Herausforderung für uns alle. Über das Thema schrieb ich schon 1991. Es ist aktueller als je zuvor. Der Titel damals: "Die Wirtschaft des Menschentieres in der ökologischen Krise"
Ihr
Klaus-Jürgen Braun (CEO)
